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Article · Wednesday, September 23, 2026

HR und Arbeitswelt · Branchen-Briefing

Die drei wichtigsten Stories, die HR und Arbeitswelt heute prägen, geschrieben für jemanden, der bereits in der Branche arbeitet: Regulierung, M&A, neue Marktteilnehmer, wichtige Filings und Präzedenzfälle. Fachpublikation (z.B. Fachpresse, Behördenquelle, Gerichtsakten) direkt zitieren, damit ich nachrecherchieren kann.

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HR und Arbeitswelt · Branchen-Briefing
Wednesday, September 23, 2026
HR und Arbeitswelt · Branchen-Briefing

EuGH kippt deutsche M&A-Steuer – KI bedroht Lohnabrechner – BGH holt Rat zu privaten Chats

1 min read

EuGH-Vorlage zur M&A-Steuer

Deutschlands 5-Prozent-Pauschalregel gerät unter Beschuss.

Der Bundesfinanzhof hat dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt, ob die pauschale Bemessung von nicht abziehbaren Betriebsausgaben gemäß § 12 Abs. 2 Satz 2 UmwStG mit der EU-Fusionsrichtlinie vereinbar ist [Quelle: FGS]. Die Vorlage (Az. C-882/26, eingereicht 5. August 2026) folgt auf die EuGH-Entscheidung "Banca Mediolanum" (August 2025) und ein Vertragsverletzungsverfahren der Kommission gegen Deutschland. Nebeneffekt: Ein ruhendes Verfahren nach § 363 Abs. 2 AO sollte betroffene Fälle offenhalten.

Höchstrichterliche Klärung erst 2027 oder 2028.

BGH fragt EuGH zu privaten Chats

Arbeitsgerichte müssen bald anders mit privaten Nachrichten umgehen.

Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt, ob die Weitergabe privater Chatnachrichten an den Arbeitgeber unter die "Haushaltsausnahme" der DS-GVO fällt – speziell, wenn eine Dritte Person die Daten weitergegeben hat und danach die Arbeitnehmerin gekündigt wurde [Quelle: Luther Lawfirm]. Die EuGH-Antwort wird erhebliche Auswirkungen auf die Verwertbarkeit von Privatem in arbeitsgerichtlichen Verfahren und auf verhaltensbedingte Kündigungen haben. Bisherige Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts verbietet solche Nachrichten nicht automatisch, erfordert aber eine strikte Abwägung zwischen Persönlichkeitsrecht und Beweisinteresse.

Entscheidung dürfte 2027 oder 2028 fallen – Dokumentationspflicht wächst.

Bundestariftreue-Prüfstelle online

HR-Compliance bekommt neue Kontrollinstanz.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat am 17. September 2026 die Prüfstelle Bundestariftreue mit ihrer Website in den Betrieb genommen [Quelle: BMAS]. Die Plattform informiert zum Bundestariftreuegesetz und wird sukzessive ausgebaut. Arbeitgeber müssen künftig öffentliche Aufträge nicht mehr nur rechtlich erfüllen, sondern auch Tarifbindung nachweisen.

Erstes Compliance-Audit startet im Q4 2026.

KI und Lohnabrechnung: das Blindstellen-Risiko

KI ersetzt Lohnabrechner nicht – sie verdummt sie.

Die Automation von Entgeltabrechnung verlagert Aufgaben von Dateneingabe zu fachlicher Plausibilisierung, warnt Lohnexpertin Birgit Ennemoser: Während KI-Systeme komplexe Berechnungen bei Beitragsgruppen, Einmalzahlungen oder Midijobs übernehmen, verlieren Mitarbeiter das Verständnis für zugrundeliegende Rechtszusammenhänge [Quelle: Haufe]. Das Risiko: Wenn Sachverhalte nicht ins Schema passen oder KI-Ergebnisse unkritisch akzeptiert werden, entstehen gefährliche Blindstellen und haftungsrelevante Fehler.

Lohnexperten entwickeln sich vom Bearbeiter zum Prüfer – oder zum Risiko.

Sources
EuGH-Vorlage zu § 12 Abs. 2 Satz 2 UmwStG
EuGH-Vorlage zu § 12 Abs. 2 Satz 2 UmwStG
5 hours ago ... 3 Satz 1 und 2 KStG nur Betriebsausgaben regele, die in der Zeit vor der Fusion entstanden waren, und damit weder eine Besteuerung der Fusionsgewinne bewirke ...
fgs.de
AI Summary

Der Bundesfinanzhof hat dem Europäischen Gerichtshof mit Vorlage vom 20. Mai 2026 (X R 27/22, eingereicht 5. August 2026, Az. C-882/26) die Frage vorgelegt, ob die pauschale Bemessung von nicht abziehbaren Betriebsausgaben in Höhe von 5 Prozent des Übernahmegewinns gemäß § 12 Abs. 2 Satz 2 UmwStG mit Artikel 7 Abs. 1 der Fusionsrichtlinie vereinbar ist. Der BFH befürwortet die Regelung, jedoch deuten neuere EuGH-Entscheidungen (insbesondere „Banca Mediolanum" vom 1. August 2025, C-92/24 bis C-94/24) und ein von der Europäischen Kommission gegen Deutschland eingeleitetes Vertragsverletzungsverfahren (INFR(2026)2089) darauf hin, dass das pauschale Abzugsverbot wirtschaftlich als unzulässige Besteuerung von Wertsteigerungen zu qualifizieren sein könnte. Bis zur Klärung durch den EuGH sollten betroffene Fälle durch Einspruch offengehalten und ein Ruhen des Verfahrens gemäß § 363 Abs. 2 Satz 2 AO beantragt werden.

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BMAS: Startseite der Internet-Plattform des Bundesministeriums für ...
BMAS: Startseite der Internet-Plattform des Bundesministeriums für ...
2 hours ago ... Mit der Verordnung werden die maßgeblichen Rechengrößen der Sozialversicherung für das Jahr 2027 nach gesetzlichen Regelungen neu bestimmt. 17. September ...
bmas.de
AI Summary

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales berichtete am 17. September 2026, dass die neue Prüfstelle Bundestariftreue mit ihrer Website an den Start geht. Das Angebot informiert zum Bundestariftreuegesetz und wird weiter ausgebaut. Dies stellt eine wichtige Neuentwicklung im Arbeitsrecht dar, die für Arbeitgeber und HR-Compliance relevant ist.

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Weiterleitung privater Chatnachrichten an den Arbeitgeber – ein ...
Weiterleitung privater Chatnachrichten an den Arbeitgeber – ein ...
6 hours ago ... Ein Verwertungsverbot ergibt sich weder ausdrücklich aus den prozessualen Regelungen der ZPO bzw. des ArbGG noch aus der DS-GVO, es kann sich allerdings aus ...
luther-lawfirm.com
AI Summary

Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof Fragen zur "Haushaltsausnahme" der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) vorgelegt. Der Fall betrifft die Weitergabe privater Chatnachrichten einer Arbeitnehmerin an ihren Arbeitgeber durch eine Dritte Person, woraufhin die Arbeitnehmerin gekündigt wurde. Der BGH möchte klären, ob eine Datenverarbeitung unter die persönliche Aktivitätsausnahme fällt, wenn zwar keine berufliche Tätigkeit des Verarbeitenden vorliegt, aber ein Zweck verfolgt wird, der zur beruflichen oder wirtschaftlichen Tätigkeit eines Dritten steht. Die Entscheidung des EuGH dürfte erhebliche Auswirkungen auf das Arbeitsrecht haben, insbesondere auf die Verwertbarkeit von privaten Chatnachrichten in arbeitsgerichtlichen Verfahren und auf die Beurteilung von verhaltensbedingten Kündigungen. Nach bisheriger Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (BAG 2023) unterliegen solche Nachrichten nicht automatisch einem Verwertungsverbot, erfordern aber eine Abwägung zwischen dem Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers und dem Beweisinteresse des Arbeitgebers unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls.

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Brauchen wir mit KI noch Lohnabrechner? | Personal - Haufe
Brauchen wir mit KI noch Lohnabrechner? | Personal - Haufe
10 hours ago ... Personal Entgelt HR-Management Neues Lernen Arbeitsrecht. mehr. mehr. HR-Management · Neues Lernen · Arbeitsrecht · Personalszene · Personalmagazin. Kolumne ...
haufe.de
AI Summary

Der Artikel behandelt die Zukunftsrolle von Lohnabrechner angesichts künstlicher Intelligenz und Automatisierung. Die Kolumnistin Birgit Ennemoser argumentiert, dass KI die Entgeltabrechnung nicht ersetzen wird, sondern zu einer fundamentalen Verschiebung der Aufgaben führt: weg von Dateneingabe und Routinetätigkeiten, hin zu fachlicher Beurteilung, Plausibilisierung und Risikobewertung. Sie warnt vor dem Risiko des fachlichen Verlernens – während Systeme intelligenter werden und komplexe Berechnungen übernehmen (etwa bei Beitragsgruppenschlüsseln, Einmalzahlungen oder Midijobs), verlieren Mitarbeiter das Verständnis für die zugrunde liegenden rechtlichen und mathematischen Zusammenhänge. Dies führe zu gefährlichen Blindstellen, etwa wenn Sachverhalte nicht ins erwartete Schema passen oder wenn die Souveränität der KI-Ausgaben zu unkritischer Akzeptanz führt. Ennemoser resümiert, dass der moderne Lohnabrechner sich vom Bearbeiter zum Prüfer entwickelt und dass fachlich fundierte Lohnexperten künftig wichtiger denn je sind, um die Ergebnisse intelligenter Systeme fachlich bewerten zu können.

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