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Article · Wednesday, September 2, 2026

HR und Arbeitswelt · Branchen-Briefing

Die drei wichtigsten Stories, die HR und Arbeitswelt heute prägen, geschrieben für jemanden, der bereits in der Branche arbeitet: Regulierung, M&A, neue Marktteilnehmer, wichtige Filings und Präzedenzfälle. Fachpublikation (z.B. Fachpresse, Behördenquelle, Gerichtsakten) direkt zitieren, damit ich nachrecherchieren kann.

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HR und Arbeitswelt · Branchen-Briefing
Wednesday, September 2, 2026
HR und Arbeitswelt · Branchen-Briefing

Datenschutz bei Untersuchungen, KI-Fristen verschieben sich, Bürokratie bremst

1 min read

Auskunftsrecht bei internen Untersuchungen

Untersuchungsberichte bleiben nicht komplett offen.

Das Schweizer Bundesgericht hat am 16. Juni 2026 präzisiert, wie das Datenschutzgesetz den Zugang zu internen Untersuchungsberichten regelt [Quelle: Mondaq]. Passagen mit reinem Personenbezug zum Betroffenen sind zugänglich; solche mit Drittdaten unterliegen einer Interessenabwägung. Vertraulichkeitszusagen gegenüber befragten Personen müssen geschützt bleiben – bloße Namensschwärzung reicht nicht aus, wenn Rückschlüsse auf Identität möglich sind.

Arbeitgeber müssen Berichte nun feldweise freigeben, nicht als Ganzes.

AI Act: Fristen für Hochrisiko-KI verschoben

Hochrisiko-KI-Systeme bekommen 16 Monate mehr Zeit.

Die Digital-Omnibus-Verordnung (EU 2026/1744) vom Juli 2026 schiebt die Umsetzungsfristen für Hochrisiko-Systeme von August 2026 auf Dezember 2027 – und bis August 2028 für KI als Produkt oder Sicherheitsbauteil [Quelle: Kliemt.blog]. HR-Systeme (Bewerberselektion, Leistungsbewertung, Beförderung) fallen regelmäßig in die Hochrisiko-Kategorie. Arbeitgeber sollten jetzt erfassen, welche KI-Systeme im Einsatz sind, und Risikomanagement-, Audit- und Überwachungsprozesse aufbauen – Datenschutz, Gleichbehandlung und Betriebsratsmitbestimmung gelten unabhängig davon weiter.

Die Aufschubfrist ist Erleichterung und Weckruf zugleich.

Bürokratielast steigt: Arbeitsrecht drückt am stärksten

Deutsche Betriebe zahlen fast doppelt so viel für Regulierung.

Die Bundesbank hat rund 7.000 Unternehmen befragt und stellte fest, dass die Bürokratiekosten zwischen 2022 und 2024 von 5 % auf etwa 7 % des Jahresumsatzes kletterten [Quelle: Unternehmeredition]. Arbeitsrecht und Beschäftigungsregulierung zählen zu den größten Treibern neben Steuern und Datenschutz. Kleine Betriebe tragen überproportional: Ein zusätzlicher Prozentpunkt Regulierungskosten senkt bei ihnen den Umsatz je Mitarbeiter um 3 %.

Der Produktivitätsrückgang der Gesamtwirtschaft wird auf 0,5 Prozentpunkte beziffert.

Sources
BGer 4A_504/2025: Auskunftsrecht Nach DSG Bei Internen ...
5 hours ago ... Es bestätigt dabei seine bisherige Rechtsprechung (BGE 141 III 119 sowie das jüngere Urteil ... EU-Compliance: KI-gestützte Medizinische Wearables Am ...
mondaq.com
AI Summary

Das Bundesgericht bestätigt in einem Urteil vom 16. Juni 2026 seine Rechtsprechung zum datenschutzrechtlichen Auskunftsrecht bei internen Untersuchungen und präzisiert die Grenzen des Zugangs zu Untersuchungsberichten. Im Fall eines Professors, dessen Anstellungsverlängerung von einer internen Untersuchung zum Abteilungsklima abhängig gemacht wurde, entschied das Gericht, dass ein pauschaler Zugang zum gesamten Bericht nicht gewährt werden muss. Vielmehr ist eine passagenweise Prüfung erforderlich: Teile mit reinem Personenbezug zum Betroffenen sind zugänglich, Passagen, die auch Drittdaten enthalten, unterliegen einer Interessenabwägung nach Art. 26 DSG. Das Gericht bestätigte, dass Vertraulichkeitszusagen gegenüber befragten Personen geschützt werden müssen und dass eine bloße Namensschwärzung nicht ausreicht, wenn Rückschlüsse auf die Identität möglich sind. Zudem kann kein Umgang des materiellen Auskunftsrechts über prozessuale Akteneinsichtsrechte erfolgen.

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Bundesbank: Bürokratielast bremst Unternehmen aus
Bundesbank: Bürokratielast bremst Unternehmen aus
13 hours ago ... Ebenso fordern Vorschriften im Arbeitsrecht und in der Beschäftigungsregulierung die Firmen stark. Hohe Hürden entstehen zudem durch Vorgaben beim ...
unternehmeredition.de
AI Summary

Die Deutsche Bundesbank hat in einer Umfrage unter rund 7.000 Unternehmen untersucht, dass die Bürokratiekosten zwischen 2022 und 2024 von durchschnittlich 5 % auf rund 7 % des Jahresumsatzes gestiegen sind – eine Zunahme um fast die Hälfte. Besonders belastend wirken sich Vorschriften im Arbeitsrecht und in der Beschäftigungsregulierung aus, neben Steuerberichterstattung, Finanzberichterstattung, Umweltschutz und Datenschutz. Kleinere Unternehmen tragen durch fixe Regulierungskosten eine überproportionale Last, da der personelle Aufwand für Dokumentationspflichten oft nicht von der Unternehmensgröße abhängt. Die Studie zeigt, dass Deutschland beim sogenannten Gold-Plating – der deutlich strengeren Umsetzung europäischer Vorgaben – eine Sonderrolle einnimmt und dadurch international überdurchschnittlich hohe Belastungen verursacht. Ein Anstieg der Bürokratiekosten um 1 Prozentpunkt mindert den Umsatz je Beschäftigten bei kleineren Betrieben um 3 %. Die gestiegenen Regulierungskosten drückten das gesamtwirtschaftliche Produktivitätswachstum um etwa 0,5 Prozentpunkte. Bund, Länder und Kommunen streben nun Entlastungen an, wobei eine zügige Digitalisierung und der Abbau überflüssiger Vorgaben im Fokus stehen.

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AI Act: Veränderte Fristen, gleicher Handlungsdruck - Kliemt.blog
AI Act: Veränderte Fristen, gleicher Handlungsdruck - Kliemt.blog
14 hours ago ... Sie ist Gegenstand zunehmender Regulierung – und steht aktuell gleich mehrfach im Fokus europäischer Gesetzgebung. ... Arbeitsrecht. Jetzt anmelden und ...
kliemt.blog
AI Summary

Der AI Act, seit August 2024 in Kraft, schafft einen europäischen Rechtsrahmen für KI-Nutzung. Die Digital-Omnibus-Verordnung (EU 2026/1744) vom Juli 2026 verschob die Umsetzungsfristen für Hochrisiko-KI-Systeme von August 2026 auf Dezember 2027 (bzw. August 2028 für KI als Produkt oder Sicherheitsbauteil). Für Arbeitgeber gelten bereits seit Februar 2025 Verbote wie das Verbot der Emotionserkennung am Arbeitsplatz und KI-Schulungspflichten; seit August 2025 Transparenz- und Kennzeichnungspflichten für KI-Interaktionen. Die Verordnung lockert einzelne Anforderungen: Die Definition "Sicherheitsbauteil" wurde enger gefasst, die AI-Literacy-Pflicht abgemildert, und KMU erhalten erweiterte Erleichterungen. Für HR-Systeme (Bewerberauswahl, Leistungsbewertung, Beförderungsentscheidungen) klassifiziert der AI Act diese regelmäßig als Hochrisiko-KI. Arbeitgeber sollten zeitnah erfassen, welche KI-Systeme im Einsatz sind, und bereits jetzt Risikomanagement-, Qualitätssicherungs- und Aufsichtsprozesse aufbauen. Die bestehenden Anforderungen zu Datenschutz, Gleichbehandlung und Betriebsratsmitbestimmung gelten unabhängig vom AI Act fort; bei Verstößen drohen erhebliche Bußgelder.

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