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Artikel · Sonntag, 30. August 2026

HR und Arbeitswelt · Branchen-Briefing

Die drei wichtigsten Stories, die HR und Arbeitswelt heute prägen, geschrieben für jemanden, der bereits in der Branche arbeitet: Regulierung, M&A, neue Marktteilnehmer, wichtige Filings und Präzedenzfälle. Fachpublikation (z.B. Fachpresse, Behördenquelle, Gerichtsakten) direkt zitieren, damit ich nachrecherchieren kann.

Von Marius BongartsBusiness82 Ausgaben
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HR und Arbeitswelt · Branchen-Briefing
Sonntag, 30. August 2026
HR und Arbeitswelt · Branchen-Briefing

Einzelhandel schlägt vor, IG Metall folgt nach, Krankheitskosten explodieren

1 Min. Lesezeit

Einzelhandel-Tarifabschluss NRW

Fünf Prozent Lohnplus setzt den Ton für 2026.

Im NRW-Einzelhandel einigten sich ver.di und Arbeitgeber nach Warnstreiks auf 3 Prozent ab August 2026 und weitere 2 Prozent ab Mai 2027 – bei 700.000 Beschäftigten und einer Laufzeit von 25 Monaten [Quelle: Markt und Mittelstand]. Der tarifliche Mindestlohn klettert auf 14,20 Euro (später 14,90). Arbeitgeber nennen das einen "schmerzhaften Kompromiss", ver.di verweist auf 25 Milliarden Euro Branchengewinne. Der Deal hat Signalwirkung auf Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen und Rheinland-Pfalz – acht weitere Regionen haben Verhandlungstermine abgesagt.

Beobachte, wie IG Metall reagiert.

Lohnfortzahlungskosten: 85,6 Mrd. Euro

Krankheit wird zum Budgetkiller für Arbeitgeber.

Die Lohnfortzahlungskosten sind von 64,5 Milliarden Euro 2020 auf geschätzt 85,6 Milliarden Euro 2025 gestiegen – ein Plus von 21 Milliarden Euro getrieben durch höhere Löhne, wachsende Beschäftigtenzahlen und erhöhten Krankenstand [Quelle: Markt und Mittelstand]. Davon entfallen 72,5 Milliarden auf Bruttoentgeltfortzahlung, 13,1 Milliarden auf Sozialbeiträge. Die geplante Attestpflicht ab Tag eins könnte lindern, ändert aber rechtlich wenig – Arbeitgeber können Atteste heute schon fordern. Das IW betont: Der Hebel liegt bei Prävention, Führungskultur und ernst genommener Erkrankung.

Unklar bleibt, ob mehr Fehlzeiten oder bessere Erfassung seit 2022 treibt.

IG Metall: Sieben Prozent im Fokus

Die größte Einzelgewerkschaft setzt Benchmark für Herbst.

Die IG Metall fordert sieben Prozent mehr Gehalt für Metall- und Elektroindustrie und verzichtet vorerst auf die Vier-Tage-Woche als Verhandlungsmasse [Quelle: tagesschau]. Ihre Tarifabschlüsse prägen bundesweit andere Branchen. Mit dem NRW-Einzelhandel-Deal bei fünf Prozent und Branchengewinnen als Argument dürfte die Metallindustrie deutlich unter Druck stehen.

Warnstreiks in Kfz-Werkstätten haben bereits begonnen.

Quellen
Tarifabschluss NRW: 5 Prozent mehr Lohn im Einzelhandel
Tarifabschluss NRW: 5 Prozent mehr Lohn im Einzelhandel
8 hours ago ... Der Tarifvertrag läuft 25 Monate. Für ver.di ist das ein Erfolg. Die Arbeitgeber sprechen dagegen von einem „schmerzhaften Kompromiss“ – und genau dieser ...
marktundmittelstand.de
KI-Zusammenfassung

Der Tarifabschluss im NRW-Einzelhandel setzt Maßstäbe für die Tarifrunde 2026: Nach monatelangen Warnstreiks einigten sich ver.di und die Arbeitgeber auf 5 Prozent Lohnsteigerung für rund 700.000 Beschäftigte (3 Prozent ab August 2026, weitere 2 Prozent ab Mai 2027). Der tarifliche Mindestlohn steigt auf 14,20 Euro und später auf 14,90 Euro bei einer Laufzeit von 25 Monaten. Während ver.di den Deal als erkämpften Erfolg wertet – gestützt auf hohe Gewinne im Einzelhandel (25 Milliarden Euro) – sehen Arbeitgeber ihn als "schmerzhaften Kompromiss" an der Grenze der wirtschaftlichen Belastbarkeit. Der Abschluss könnte Signalwirkung auf noch offene Tarifgebiete (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz) entfalten, während acht weitere Regionen Verhandlungstermine abgesagt haben und ver.di Druckerhöhung ankündigt. Im Groß- und Außenhandel wurde bereits ein fünfprozentiges Lohnplus in zwei Stufen vereinbart, das als Blaupause für den Einzelhandel gelten könnte.

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Tarifforderung - aktuelle Nachrichten | tagesschau.de
Tarifforderung - aktuelle Nachrichten | tagesschau.de
15 hours ago ... Tarifverhandlungen im Überblick Ziele und Abschlüsse der Tarifrunde 2016 ... Die Arbeitgeber wehren sich gegen hohe Forderungen und verweisen auf die ...
tagesschau.de
KI-Zusammenfassung

Die IG Metall, als weltweit größte Einzelgewerkschaft, fordert in der Tarifrunde 2024 sieben Prozent mehr Gehalt für die Metall- und Elektroindustrie. Die Vier-Tage-Woche wurde von der Gewerkschaft vorerst nicht mehr als Forderung verfolgt. Diese Tarifabschlüsse der IG Metall dienen häufig als Vorbild für andere Branchen in Deutschland.

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85,6 Milliarden Euro: Was Arbeitgeber für Lohnfortzahlung zahlen
85,6 Milliarden Euro: Was Arbeitgeber für Lohnfortzahlung zahlen
14 hours ago ... Krankheit kostet deutsche Arbeitgeber 85,6 Milliarden Euro: Warum die Lohnfortzahlung steigt – und was der Krankenstand damit zu tun hat.
marktundmittelstand.de
KI-Zusammenfassung

Die Lohnfortzahlungskosten im Krankheitsfall sind für deutsche Arbeitgeber von 64,5 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf schätzungsweise 85,6 Milliarden Euro 2025 gestiegen – ein Plus von 21 Milliarden Euro. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) treiben drei Faktoren diese Entwicklung: steigende Löhne, wachsende Beschäftigtenzahlen mit Anspruch auf Lohnfortzahlung und erhöhter Krankenstand. Dabei entfielen 72,5 Milliarden auf Bruttoentgeltfortzahlung und 13,1 Milliarden auf zusätzliche Sozialbeiträge. Die geplante Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag durch die Koalition könnte die Kosten zwar möglicherweise senken, rechtlich ändere sich aber wenig, da Arbeitgeber ein Attest bereits heute fordern können. IW-Ökonom Jochen Pimpertz betont, dass der entscheidende Hebel nicht bei der Attestregelung liege, sondern bei Prävention, Führung und einer Arbeitskultur, die Krankheit ernst nimmt. Unklar bleibt bisher, ob die Kostenexplosion auf tatsächlich mehr Fehlzeiten oder nur auf vollständigere Erfassung seit Einführung elektronischer Atteste 2022 zurückgeht.

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Über Nacht zusammengestellt von MorningMail.aiZugestellt um 19:50