E-Commerce-Marketing · Branchen-Briefing
Die drei wichtigsten Stories, die E-Commerce-Marketing heute prägen, geschrieben für jemanden, der bereits in der Branche arbeitet: Regulierung, M&A, neue Marktteilnehmer, wichtige Filings und Präzedenzfälle. Fachpublikation (z.B. Fachpresse, Behördenquelle, Gerichtsakten) direkt zitieren, damit ich nachrecherchieren kann.
Digitalgesetze zeigen Zähne, Criteo-Übernahme im Gespräch, Gewährleistungs-Chaos
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EU-Digitalgesetze
Regulierung trifft auf Vollzugslücken.
DSA, DMA und P2B-Verordnung verpflichten Plattformen zur Transparenz bei Rankings, Sperrungen und Datenzugang – doch Händler berichten, dass Begründungen oft nur aus Textbausteinen bestehen [Quelle: Onlinehandel News]. Kleine und mittlere Unternehmen verfügen selten über Ressourcen, ihre Rechte gegen internationale Konzerne durchzusetzen. Der in Brüssel in Arbeit befindliche Digital Fairness Act zielt nun auf manipulative Design-Elemente wie Countdown-Timer und versteckte Kündigungsprozesse ab.
Ohne Zähne bleibt auch das schärfste Gesetz ein Papier.
Anti-Abmahn-Gesetz
Eine absurde Rechtslücke öffnet sich im September.
Ab dem 27. September 2026 müssen Händler online und offline eine harmonisierte Mitteilung zur gesetzlichen Gewährleistung anzeigen – doch das Anti-Abmahn-Gesetz von 2020 entzieht ausgerechnet Informationspflichten im elektronischen Geschäftsverkehr ihre Durchsetzbarkeit durch Mitbewerber [Quelle: LHR Law]. Fehlt das Plakat im stationären Geschäft, kann kostenpflichtig abgemahnt werden; fehlt das identische Label im Online-Shop, trägt der Konkurrent die Kosten selbst. Nur Wirtschaftsverbände können wirksam durchsetzen – ein Vollzugsdefizit, das der EU-Intention widerspricht.
Compliance wird zur Lotterie.
Criteo-Übernahme
Finanzinvestoren werben um das französische Adtech-Unternehmen.
Vista Equity Partners und Quinti Capital haben eine Offerte zur Übernahme von Criteo eingereicht [Quelle: Pulse 2 News]. Damit steht das Adtech-Feld unter M&A-Druck – ein Signal, dass Plattformen und Marktplätze ihre Marketing-Tech-Stacks überdenken müssen. Solche Transaktionen beeinflussen, welche Tracking- und Segmentierungslösungen künftig verfügbar bleiben.
Watch wer am Ende das Sagen hat.
DSA, DMA und P2B: Was ist das alles und was bedeutet es für ...5 hours ago ... Das Gesetz über digitale Dienste nimmt die Plattformen bei der Verantwortlichkeit von Inhalten stärker in die Pflicht. Für den E-Commerce bedeutet das in ...onlinehaendler-news.de

Die P2B-Verordnung verpflichtet Plattformbetreiber zur Transparenz bei Ranking-Kriterien und Kontosperrungen und garantiert Händlern Zugang zu internem Beschwerdemanagement. Der DSA verschärft die Verantwortlichkeit von Plattformen für illegale und gefälschte Produkte, was zu strenger Moderation führt, aber auch bürokratische Hürden für Seller erhöht. Der DMA begrenzt die Bevorzugung von Eigenmarken durch Gatekeeper in Suchergebnissen und sichert Händlern Datenzugriff sowie Wahlfreiheit bei Zahlungs- und Logistikdiensten. Der in Brüssel in Bearbeitung befindliche Digital Fairness Act zielt auf Regulierung manipulativer Design-Elemente wie Countdown-Timer und unklare Kündigungs-prozesse. Trotz dieser Regelungen bleibt deren praktische Wirkung für viele Händler begrenzt: Sperrungsbegründungen bestehen häufig nur aus allgemeinen Textbausteinen, und kleine bis mittlere Unternehmen verfügen oft nicht über ausreichende Ressourcen, um ihre Rechte gegen internationale Plattformkonzerne durchzusetzen. Die Digitalgesetze bieten somit bislang noch kein ausreichendes Gegengewicht zur Marktmacht großer Plattformen.
Vista Equity And Quinti Capital Reportedly Offer To Acquire Criteo20 hours ago ... E-Commerce and Retail Media Integration: The convergence of e-commerce and advertising is expected to grow, with retail media networks becoming increasingly ...facebook.com

Frisst das Anti-Abmahn-Gesetz seine Kinder? Die neuen EmpCo ...14 hours ago ... Für den Online-Handel folgt daraus über § 312j Abs. 2 BGB zusätzlich, dass ... Als Kanzlei für Marken, Medien und Wettbewerb kennen wir beide Seiten.lhr-law.de

Ab dem 27. September 2026 müssen Händler im Online- und Ladengeschäft eine harmonisierte Mitteilung zur gesetzlichen Gewährleistung und ein Garantie-Label für Haltbarkeitsgarantien über zwei Jahren vorhalten. Die EU hat Design und Wortlaut exakt vorgegeben. Das zentrale Problem: Das Anti-Abmahn-Gesetz von 2020 entzieht ausgerechnet für Informationspflichten im elektronischen Geschäftsverkehr die Mitbewerberabmahnung ihrer Wirksamkeit – Kostenersatz ist ausgeschlossen, Vertragsstrafen bei kleineren Unternehmen verboten. Dies schafft eine absurde Online-Offline-Schere: Fehlt das Plakat im stationären Geschäft, kann kostenpflichtig abgemahnt werden; fehlt das identische Label im Online-Shop desselben Händlers, trägt der Mitbewerber die Abmahnkosten selbst. Nur Wirtschaftsverbände und qualifizierte Einrichtungen können weiterhin wirksam durchsetzen, während unmittelbar betroffene Konkurrenten praktisch entmutigt werden – ein Vollzugsdefizit, das der Intention der EU-Richtlinie widerspricht, wirksame und abschreckende Sanktionen zu etablieren.