IT-Sicherheit · Branchen-Briefing
Die drei wichtigsten Stories, die IT-Sicherheit heute prägen, geschrieben für jemanden, der bereits in der Branche arbeitet: Regulierung, M&A, neue Marktteilnehmer, wichtige Filings und Präzedenzfälle. Fachpublikation (z.B. Fachpresse, Behördenquelle, Gerichtsakten) direkt zitieren, damit ich nachrecherchieren kann.
EU lockert M&A-Hürden, UK verschärft, Uber-Delivery Hero Kartelltest
1 Min. Lesezeit
EU: M&A-Schwellen werden erhöht
Europas Fusionskontrolle wird 2027 merklich lockerer.
Die Europäische Kommission plant, die Benachrichtigungsschwellen für Übernahmen zu erhöhen und die Offenlegungspflichten für ausländische Subventionen zu lockern [Quelle: MLex]. Eine förmliche Konsultation startet im Herbst 2026; die neuen Regeln gelten ab 2027. Dealmaker dürfen mit weniger intensiven FSR-Überprüfungen rechnen.
Ob Tech-Deals diese Erleichterung nutzen können, bleibt offen.
UK: Investitionsprüfung als Dauerbremse
Großbritannien zieht M&A-Deals durch eine neue Sicherheitsschleuse.
Der National Security and Investment Act 2021 verpflichtet seit Januar 2022 zu obligatorischen Genehmigungen für Transaktionen in 17 sensiblen Sektoren – von Verteidigung und KI bis zu Halbleitern und synthetischer Biologie [Quelle: Osborne Clarke]. Ohne Approval ist die Transaktion nichtig; bedingte Deals mit erweiterten Schutzbestimmungen sind zur Norm geworden. Die Regierung konsultiert jetzt über weitere Sektoren wie kritische Mineralien und Wasser.
UK-Käufer müssen sich auf längere Exekutionsrisiken einstellen.
Uber-Delivery Hero: Kartellkampf bahnt sich an
Uber zielt auf Deutschlands größten Lieferdienst ab.
Der US-Konzern führt nach Bloomberg fortgeschrittene Übernahmegespräche mit Delivery Hero und strebt noch diese Woche eine Einigung an; Uber hat bereits 24,99 % Stimmrechte plus Finanzinstrumente für knapp 37 % akkumuliert. Eine Übernahme würde Kartellrecht, Investitionsprüfungen und Datenschutz unter Druck setzen – Lieferplattformen verarbeiten täglich Bestell-, Zahlungs- und Standortdaten in hoher Frequenz, weshalb technische Zugriffskontroll und Datenmigrationsgrenzen zum Kartelltest werden [Quelle: IT Boltwise].
Die deutsche Behördenseite dürfte grüne Lichter nur mit Tech-Zusagen geben.
Sequotech schluckt Schweizer IT-Dienstleister
Kleine IT-Sicherheit zieht sich ins Mittelstandssegment zurück.
Die Sequotech-Gruppe übernimmt tiag (Teleinformatik Services AG), einen Schweizer KMU-IT-Dienstleister mit 40 Mitarbeitern und 650 Kunden [Quelle: Deutscher Presseindex]. tiag bleibt operativ selbstständig, gewinnt aber Ressourcen und Know-how aus Sequotechs Netzwerk – das Konglomerat wächst auf zehn Unternehmen und knapp 400 Beschäftigte in der Schweiz und Deutschland. Getrieben von Verium, einem Multi-Family Office aus Zürich, seit 2020.
Eine typische Regional-Konsolidierung im fragmentierten Mittelmarkt.
M&A deals may see reduced FSR scrutiny in the EU by 2027 (update*)15 hours ago ... M&A dealmakers may face fewer foreign subsidy checks by EU regulators, after the European Commission said it might raise the notification threshold for ...mlex.com

Die Europäische Kommission plant, die Benachrichtigungsschwellen für Fusionen zu erhöhen und die Offenlegungsvorschriften für bestimmte Arten von Auslandssubventionen zu lockern. Eine Konsultation zu diesen Änderungen der Regelungen zu ausländischen Subventionen (FSR) ist für Herbst 2026 geplant, mit erwarteter Umsetzung der neuen Regeln im Jahr 2027. Dies könnte für M&A-Dealmaker zu weniger intensiven Überprüfungen durch EU-Regulierer führen.
M&A in uncertain times: a UK perspective | Osborne Clarke16 hours ago ... National security screening now applies to domestic and overseas ... Recent years have tested the resilience of the UK mergers and acquisitions (M&A) ...osborneclarke.com

Das Vereinigte Königreich hat mit dem National Security and Investment Act 2021 ein eigenständiges Investitionsprüfungsregime eingeführt, das im Januar 2022 in Kraft trat. Die Verordnung verpflichtet zu obligatorischen Genehmigungen für Transaktionen in 17 sensiblen Sektoren von Verteidigung und künstlicher Intelligenz bis zu fortgeschrittenen Materialien und synthetischer Biologie. Ohne Genehmigung ist die Transaktion nichtig. Das Regime gilt unabhängig von der Herkunft des Käufers. Die UK-Regierung führt bereits Reformen durch und konsultiert über eigenständige Sektoren für kritische Mineralien, Halbleiter und Wasser. Diese rechtliche Entwicklung stellt die strukturell bedeutsamste jüngste Änderung für UK M&A-Praktiker dar. Parallel zur nationalen Sicherheitskontrolle komplizieren sich grenzüberschreitende Transaktionen durch die EU-Investitionsprüfungsbestimmungen und unterschiedliche nationale Regime, die separate Benachrichtigungspflichten auferlegen. Diese regulatorischen Entwicklungen haben dazu geführt, dass bedingte Deals in der UK M&A-Landschaft vorherrschend geworden sind, da Käufer und Verkäufer die erhöhten Ausführungsrisiken zwischen Unterzeichnung und Abschluss durch erweiterte Vertragsschutzbestimmungen, Material-Adverse-Change-Klauseln und Warranty & Indemnity-Versicherungen mitigieren.
tiag wird Teil der Sequotech-Gruppe - Deutscher Presseindex17 hours ago ... ... Akquisitionen eine führende Position im Schweizer Markt sowie in Nachbarländern anstrebt. ... Cybersecurity bis hin zu Softwareentwicklung für Unternehmen.deutscherpresseindex.de

Die Sequotech-Gruppe übernimmt tiag (Teleinformatik Services AG), einen Schweizer IT-Dienstleister für KMU mit 40 Mitarbeitenden und über 650 Kunden. Durch diesen Zusammenschluss wächst die Sequotech-Gruppe auf zehn Unternehmen und knapp 400 Beschäftigte in der Schweiz und Deutschland. tiag bleibt operativ selbstständig mit eigenem Management und Team, profitiert aber von den Ressourcen und der Expertise der Sequotech-Gruppe. CEO Alain Arnold, seit September 2024 in seiner Position, betont dass für Kunden die persönliche Betreuung und Servicequalität unverändert bestehen bleiben, während tiag im Hintergrund zusätzliche Kapazitäten gewinnt. Die Transaktion ist Teil der seit 2020 verfolgten Wachstumsstrategie von Sequotech, die durch eine Investition des Multi-Family Office Verium aus Zürich initiiert wurde.
Uber will Delivery Hero noch diese Woche übernehmen - it boltwise7 hours ago ... Genau diese Schrittfolge ist typisch für Akquisitionen ... Stichwörter Aktie Bewertung Datenschutz Delivery Fusion Investoren Markt Plattform Uber übernahme ...it-boltwise.de

Uber führt nach Bloomberg-Bericht fortgeschrittene Übernahmegespräche mit dem Berliner Lieferdienst Delivery Hero und strebt eine Einigung noch diese Woche an. Der US-Konzern will das Unternehmen deutlich höher bewerten als die zuletzt an der Börse notierten knapp 37 Euro; Delivery Hero legte nach Bekanntwerden um fast 6 Prozent zu. Uber hat bereits seinen direkten Stimmrechtsanteil auf 24,99 Prozent ausgebaut und verfügt inklusive Finanzinstrumenten über Zugriff auf knapp 37 Prozent der Aktien. Ein solcher Zusammenschluss würde die Wettbewerbslage im europäischen Liefer- und Ride-Ökosystem verschieben und wirft regulatorische Fragen auf: Da es sich um ein deutsches MDAX-Unternehmen und einen US-Bieter handelt, spielen Kartellrecht, Investitionsprüfungen und Datenschutz zentrale Rollen. Plattformen verarbeiten Bestell-, Zahlungs- und Standortinformationen in hoher Frequenz, weshalb bei einer Integration durch Uber belastbare technische Kontrollen, Zugriffskonzepte und eine nachvollziehbare Datenmigration erforderlich sind. Branchenanalysten gehen davon aus, dass die endgültige Preisfindung und ausreichender Spielraum für Wettbewerb den Ausschlag geben.